PZ, PH oder doch TX – Welcher Antrieb wird bei Schraubendreher benötigt?
Der Schraubenantrieb hat die Aufgabe, die Drehbewegung des Werkzeugs auf die Schraube zu übertragen. Das Werkzeug und der Schraubenkopf haben ein komplementäres Profil; die Kräfte werden über die Verriegelungsform übertragen. Das vom Werkzeug erzeugte Drehmoment muss zuverlässig auf die Schraube übertragen werden. Ein Abrutschen des Werkzeugs vom Schraubenkopf muss zwingend vermieden werden. Dies geschieht dadurch, dass sie den richtigen Schraubendreher für die richtige Schraube verwenden.
Welche Antriebe von Schraubendrehern gibt es?
Was bedeutet PZ bei Schrauben oder Schraubendrehern?
Die Abkürzung PZ steht für Pozidriv. Dieser Antrieb wurde im Jahr 1962 zum Patent angemeldet. Der Pozidriv-Schraubendreher ist eine Weiterentwicklung des Phillips-Schraubendrehers. Da die Seiten des Antriebs parallel zueinander sind, gibt es keine Kraft, die versucht, das Werkzeug aus dem Schraubenkopf zu drücken. Nur die Mitte des Schraubendrehers hat kleine Rillen, die sich nach unten hin verjüngen. Die Position der Schraube ist leicht an dem Stern auf dem Schraubenkopf zu erkennen.
Diese Antriebe werden hauptsächlich in der holzverarbeitenden Industrie eingesetzt, das bekannteste Beispiel hierfür sind die Spax-Schrauben. Die Schraubendreher oder Schrauben mit dem Pozidriv Antrieb sind mit den Buchstaben PZ gekennzeichnet. Es folgt eine Zahl, die die Größe angibt.
Die gebräuchlichsten Größen sind PZ0, PZ1, PZ2, PZ3, PZ4, PZ5.
Was bedeutet PH bei Schraubendrehern?
Die Abkürzung PH steht bei Schrauben oder Schraubendrehern für Phillips. Der Phillips-Schraubendreher wurde 1933 von JP Thompson patentiert. Damals ersetzte er die Schlitzschraube. Der Phillips-Schraubendreher ist selbstzentrierend und lässt sich leichter und schneller eindrehen, da man den Schraubendreher nicht mehr wie bei Schlitzschrauben ausrichten muss. Außerdem besteht nicht mehr die Gefahr, dass der Schraubenkopf seitlich abrutscht.
Die Stirnseiten des Kreuzes sind nicht parallel, sondern verjüngen sich nach unten. Dadurch entsteht eine axiale Kraft, die den Kreuzkopf vom Schraubenkopf wegdrückt. Dieser Effekt soll es dem Werkzeug ermöglichen, leicht aus dem Schraubenkopf auszutreten und einen Fluchtungsfehler zwischen Werkzeug und Schraube auszugleichen.
Der Phillips-Schraubendreher wird oft mit dem Posi-Drive-Schraubendreher verwechselt. Der Unterschied hierbei ist aber, dass der PH-Schraubendreher keinen Stern in seinem Antrieb hat.
Was sind Torx Schraubendreher?
Der Torx Antrieb wird in der Praxis mit TX abgekürzt. Der Torx Antrieb hat die Form eines sechszackigen Sterns mit abgerundeten Ecken. Die Seitenflächen sind parallel zueinander, sodass keine Kräfte in Richtung der Achse auf die Schraube wirken. Während des Schraubvorgangs ist kein Druck erforderlich, um das Werkzeug aus dem Schraubenkopf zu drücken.
Durch die abgerundeten Balken gibt es keinen Zahneffekt im Profil. Der klare Vorteil von Torx Schraubendrehern ist, dass sehr hohe Drehmomente übertragen werden können.
Schraubendreher und Schrauben des Torx Antriebes sind mit dem Buchstaben TX gefolgt von einer Nummer, die der Größe entspricht, gekennzeichnet, z. B. TX5, TX10, T15 ...
Schlitzschraubendreher – der Klassiker
Der Schlitzschraubendreher besitzt schon eine lange Existenz. Der Schlitzschraubendreher stirbt aber langsam aus und hat nur noch wenige Anwendungsgebiete. Der größte Nachteil der Schlitzschraube ist die geringe Kraftübertragung. Die Schlitzschraube besitzt keine vorgegebene Symmetrie, die dafür sorgt, dass die Kräfte nur potentiell unsymmetrisch übertragen werden können.
Es gibt aber Sonderformen, die ihm wieder eine Berechtigung geben. Manche Schraubendreher haben zum Beispiel eine Schlagkappe, die dafür sorgt, dass der Schraubendreher als eine Art Meißel funktionieren kann. Als Beispiel kann hier der Schraubendreher Satz 932/918/6 von Wera angeführt werden.