Leiternorm DIN EN 131: Änderungen 2025 und wie Sie Unfälle vermeiden

Autorbild von Niklas Kuhlmann Niklas Das Veröffentlichungsdatum 06.05.2025 Geschätzte Lesedauer 10 min

Ob auf der Baustelle, im Lager oder bei Installationsarbeiten: Leitern sind ein unverzichtbares Arbeitsmittel im Handwerk – gleichzeitig stellen sie eine der häufigsten Unfallursachen dar. Die aktualisierte Leiternorm DIN EN 131 bringt ab 2025 neue Sicherheitsanforderungen mit sich. Für Unternehmen bedeutet das: Es ist Zeit, die eigenen Leitern zu prüfen, anzupassen oder auszutauschen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Änderungen konkret auf Sie zukommen, welche Modelle künftig normkonform sind und wie Sie die Sicherheit im Betrieb deutlich erhöhen können.

Wesentliche Änderungen der DIN EN 131 ab 2025

Breitere Standflächen für mehr Stabilität

Ab 2025 gilt: Anlegeleitern über 3 Meter müssen eine Traverse oder eine konische Bauweise besitzen, um das seitliche Kippen zu verhindern. Für bestehende Leitern bedeutet das: Modelle ohne Standverbreiterung müssen entweder mit entsprechenden Sets nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Neue Belastungstests für Profimodelle

Die überarbeitete Norm schreibt verschärfte Prüfverfahren vor. Leitern für den professionellen Einsatz müssen unter anderem 50.000 Belastungszyklen im Dauertest überstehen. Diese Vorgabe sorgt für eine längere Lebensdauer und höhere Sicherheit im täglichen Einsatz.

Professionelle vs. nicht-berufliche Nutzung

Die DIN EN 131 unterscheidet zwischen Leitern für den gewerblichen („Professional“) und privaten („Non-Professional“) Einsatz. Betriebe dürfen künftig ausschließlich professionelle Leitern einsetzen – zu erkennen an speziellen Piktogrammen und Produktkennzeichnungen.

Vorgaben für Vielzweck- und Gelenkleitern

Für mehrteilige Leitern gelten bereits seit 2020 strengere Vorschriften (DIN EN 131-4), die ab 2025 vollumfänglich umgesetzt werden müssen. Dazu gehören sicherere Verriegelungsmechanismen und Prüfungen spezieller Konfigurationen wie Steh- und Arbeitsplattformen.

Gebrauchsanweisungen und Kennzeichnung

Teil 3 der Norm legt fest, dass neue Leitern mit ausführlichen Anleitungen und Sicherheitshinweisen versehen sein müssen. Diese Informationen müssen sichtbar und dauerhaft angebracht sein – etwa als Piktogramm mit Warnhinweisen zur maximalen Belastung oder Neigungswinkel.

Praktische Auswirkungen: Was Sie jetzt tun sollten

1. Leitern prüfen und dokumentieren

Machen Sie 2025 einen umfassenden „Leitern-TÜV“. Prüfen Sie alle eingesetzten Leitern auf:

  • Vorhandensein einer Traverse bei Leitern über 3 m
  • Sichtbare Schäden, Verformungen oder lockere Bauteile
  • Aktuelle Prüfetiketten laut DGUV Information 208-016

2. Normgerechte Neuanschaffungen

Wer neue Leitern benötigt, sollte direkt Modelle wählen, die der aktuellen Norm entsprechen. Im Sortiment von Tooler finden Sie ausschließlich a href="https://www.tooler.de/betriebseinrichtung/steigtechnik/leitern/">geprüfte Markenprodukte für den Profi-Einsatz.

3. Mitarbeiterschulung & Gefährdungsbeurteilung

Die reine Anschaffung sicherer Leitern reicht nicht. Laut TRBS 2121-2 dürfen Leitern nur für ungefährliche Kurzzeittätigkeiten verwendet werden. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter, wann auf Alternativen wie Arbeitsbühnen oder Gerüste zurückgegriffen werden muss.

Empfohlene Produkte gemäß DIN EN 131

Anlegeleiter mit Traverse

ZARGES Z600: Zweiteilige Profi-Leiter mit stabiler Traverse und Anti-Rutsch-Füßen. Geeignet für den gewerblichen Einsatz. Vielseitig einsetzbar durch A-Form-Funktionalität.

Mehrzweck-Gelenkleiter

KRAUSE Treppo: Entspricht DIN EN 131-4. Automatisch verriegelnde Gelenke verhindern Fehlbedienungen. Nutzbar als Arbeitsbühne oder Stehleiter mit Plattform.

Stehleiter mit Plattform

Hymer Plattformleiter: Ideal für längere Arbeiten über 2 Meter. Mit Geländer, großem Standbereich und rutschfester Trittfläche. Erfüllt EN 131-7.

Zubehör zur Nachrüstung

Für bestehende Leitern bietet Tooler Nachrüstsets wie die Traverse „SafetyBase“ für Hailo-Modelle. So bringen Sie ältere Leitern einfach auf den neuen Stand.

Fördermöglichkeiten für sichere Steigtechnik

BG BAU Präventionsförderung

Die Berufsgenossenschaft Bau fördert seit Jahren Maßnahmen zur Unfallvermeidung. Plattformleitern und Treppengerüste sind häufig prämienfähig. Ein Blick in den aktuellen Präventionskatalog lohnt sich.

Förderung für Kleinbetriebe

Unfallkassen und Genossenschaften bieten Fördermittel für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden. Fragen Sie gezielt nach Zuschüssen für Absturzsicherungen und normgerechte Steigtechnik.

Steuerliche Vorteile

Leitern unter 800 Euro netto gelten als GWG (geringwertige Wirtschaftsgüter) und können sofort abgeschrieben werden. Höherpreisige Modelle lassen sich über mehrere Jahre verteilen.

Jetzt handeln: Leiterprüfung & Umrüstung

Ergreifen Sie die Initiative: Schützen Sie Ihre Mitarbeitenden vor gefährlichen Stürzen und bringen Sie Ihre Ausrüstung auf den neuesten Stand. Im Tooler.de-Shop finden Sie professionelle Leitern und Zubehör gemäß DIN EN 131. Für individuelle Beratung steht Ihnen unser Expertenteam zur Seite – gemeinsam finden wir die optimale Lösung für Ihre Anforderungen.